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Waldemar Scheskegestorben am 10. Mai 2019

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Mein Vater

Unser Vater war alles, nur nicht langweilig.
Wer unseren Vater kannte, der weiß, dass er gerne geredet hat…sehr viel geredet hat. Daher ist es die Ironie des Schicksals, dass er am Ende nicht mehr sprechen konnte.
Ich kann nicht fassen, dass ich nie wieder mir ihm sprechen kann, mir seine Weisheiten über Politik, Fußball oder Gott und die Welt anhören kann. Was mich zu Lebzeiten genervt hat, vermisse ich nun schmerzlichst.

Als ich klein war haben die Leute immer gesagt, ich sei die Kopie meines Vaters und ich weiß noch, dass mich das manchmal gestört hat. Heute bin ich stolz darauf. Unser Vater war zwar oft laut und direkt und als Teenager war uns das häufig unangenehm…so wie das bei Jugendlichen in der Pubertät halt ist…aber er war immer für uns Kinder da. Er hat uns die Reifen gewechselt, die Wohnung renoviert und Gardinenstangen angebracht…und so vieles mehr.

Unser Vater hat uns stets zu Besserem gedrängt, er hat uns motiviert und immer unterstützt. Unser Vater war lebensfroh, voller Energie und immer bereit für ein Abenteuer.
Das letzte, was ich aus meines Vaters Mund hörte, war „Da“…Ja.
Ja ist so viel besser als Nein. Ja ist die Antwort auf alle Fragen im Leben.

Hörst du uns?
Ja.
Bist du bei uns?
Ja.
Vermissen wir dich?
Ja.
Ja Papa, wir vermissen dich.